12 Tipps für den Start in die Neugeborenenfotografie

1. Kamera

Egal welchen Kamerahersteller du favorisierst, du solltest vorher mal in einem Fachgeschäft wie Calumet verschiedene Modelle in die Hand nehmen und ein paar Bilder damit machen. Das ist dein ultimatives Arbeitsgerät und du wirst sie viele Stunden mit dir herum tragen. Ihr müsst einfach gut zusammen passen. Kaufe nicht die günstigste Kamera, nur weil du gerade am Anfang in der Neugeborenenfotografie stehst und nicht viel Budget hast. Denn vielleicht stößt du dadurch schnell an die technischen Grenzen und verlierst den Spaß daran. Solltest du weniger Geld zur Verfügung haben, kauf dir lieber eine gebrauchte oder technisch überholte Kamera im Fachgeschäft. Diesen Kauf solltest du als Investition sehen, denn im besten Fall hast du nach kurzer Zeit Einnahmen dadurch.

2. Objektiv

Der schönste Effekt bei Neugeborenenbildern ist die Unschärfe in den Tiefen. Diese entsteht durch ein lichtstarkes Objektiv, also eine kleine Blendenzahl. Optimalerweise kannst du mit deinem Objektiv bereits ab einer Blendenzahl von 1.6 fotografieren. Du brauchst im Prinzip nur 1 richtig gutes Objektiv, denn dadurch kannst du auch bei wenig Licht sehr gute Aufnahmen machen und Ausschnitte wählen. Die Brennweite ist aber tatsächlich absolute Geschmackssache. Ich persönlich liebe Festbrennweitern und benutze mein 35mm 1.4. Objektiv sowohl bei Studioaufnahmen als auch bei Outdoorshootings. Trau dich ruhig offenblendig zu fotografieren und übe bis du es beherrscht, denn diese Unschärfe kannst du auch nicht technisch in der Nachbearbeitung einfügen.

Baby schlaeft bei Babyshooting mit Babyfotografin in Duesseldorf

3. Licht

Es hat sehr viel Auswirkung auf die Babyfotos und auf deren Stil. Starkes Licht verursacht starke Schatten, diffuses Licht lässt sie weicher werden. Hierbei gibt es kein richtig oder falsch. Auch die Art des Lichtes ist reine Geschmackssache. Ich arbeite hauptsächlich mit natürlichem Licht. Wichtig ist mir hierbei, dass das Licht beim Shooting durch Vorhänge diffuser wird, damit weiche Schatten entstehen. An Tagen, an denen es sehr sehr dunkel ist verwende ich zusätzlich noch ein Dauerlicht mit einer Softbox. Das gewährleistet durchgängig das gleiche Licht und ich kann durch die Entfernung und den Winkel die Intensität bestimmen.

4. Workflow

Ein sicherer Workflow ergibt sich aus Erfahrung einiger Babyshootings und Familiensessions. Dennoch kannst du dir vorher überlegen, welche Motive du oder die Eltern sich wünschen. Dadurch hast du eine Art Fahrplan im Kopf, der dir Sicherheit gibt. Nimm dir für den Anfang nicht zu viel und allzu schwere Posings vor. Wenn du sicher stellt, dass das Baby frisch gewickelt, gefüttert und zufrieden ist kannst du mehrere Sets hintereinander fotografieren. Wenn du einen Plan hast, kannst du schneller und effizienter arbeiten und trotzdem Ruhe ausstrahlen. Drucke dir deine Wunschmotive ruhig aus und behalte sie in deiner Tasche. Wie bei einem Spickzettel musst du wahrscheinlich gar nicht zwischendurch drauf schauen. 😉

5. Ruhe

Eltern sind vor allem beim ersten Kind manchmal angespannt und verlassen nach der Geburt das erste Mal das Haus um zu dir zu kommen. Selbst wenn du das Shooting bei ihnen machst, sind sie nervös, weil sie wollen, dass alles klappt und tolle Bilder entstehen. Darum ist es deine Aufgabe stets Ruhe und Gelassenheit auszustrahlen. Auch wenn Posen nicht funktionieren oder das Baby nicht so schnell in den Schlaf kommt. Versuch den Eltern deine Vorhaben immer zu erklären und die nächsten Steps zu erläutern. Das gibt auch ihnen Sicherheit.

6. Safety First

Bei allen Motiven und Posings während des Neugeborenenshootings sollte die Sicherheit im Vordergrund stehen. Trage deine Kamera am Gurt oder wickel sie mehrfach um dein Handgelenk wenn du Aufnahmen von oben machst. Stütze immer den Kopf des Babys, sowohl beim Posing als auch beim Tragen. Bewege den Kopf immer vorsichtig, vor allem wenn das Neugeborene eine Lieblingsseite hat auf die es sich immer wieder dreht. Achte darauf, dass das Pucktuch zwar eng sitzt, aber mind. 2 Finger dazwischen passen, das kannst du vorher super an einer Puppe oder einem Stofftier üben, bis es gut klappt.

7. Heizlüfter

Die kleinen Mäuse frieren schnell und müssen es deshalb immer schön warm haben. Zum Umziehen steht ein kleiner Heizlüfter bereit, der zusätzlich noch ein beruhigendes Geräusch macht. Diesen kann man auch leicht transportieren und zu einem Set stellen, bei dem das Baby nur einen Body trägt. Es kann auch sein, dass sie nicht so gut in den Schlaf kommen, wenn sie kalte Füße haben. Daher stell immer sicher, dass es das Baby schön warm hat, auch wenn du und die Eltern dann etwas ins schwitzen kommen.

Familie guckt verliebt ihr Neugeborenes Baby an bei Neugeborenenshooting mit Babyfotografin Laura Stecher

8. Einschlafhilfe

Neugeborene lieben das weiße Rauschen, weil es sie an die Geräusche im Bauch der Mama erinnert. Um dieses Geräusch zu simulieren gibt es kleine tragbare Einschlafhilfen. Auch wenn das Baby gerade erst eingeschlafen ist, würde ich die Einschlafhilfe starten und in die Nähe legen, damit das Geräusch vertraut ist. So kann es bei Positionsänderungen trotz leichtem Schlaf entspannt weiterschlafen. Oftmals bestellen sich die Eltern nach dem Shooting direkt einen nach Hause.😁

9. Props

Jersey- und Baumwolltücher benutze ich bei jedem Neugeborenen Shooting, damit ich die kleinen Mäuse pucken kann. Tücher aus Strick- und Häkelstoff verwende ich außerdem gerne um die Körbe gemütlich zu gestalten. Zu Props gehören noch Kleidung, Mützchen und Haarbänder für die Babies. Hiervon brauchst du für den Anfang überhaupt nicht viel. Denn wenn du Farben schön kombinieren kannst, hast du für mehrere Motive eine gute Auswahl mit wenigen Produkten. Auch hier hilft es deine Lieblingsmotive mal zu analysieren und zu schauen, welche Props sich vielleicht immer wiederholen oder zur Standardausstattung gehören.

Haarbaender, die beim Neugeborenenshooting mit Babyfotografin einfallslicht ausgeliehen werden koennen

10. Beanbag

Auf dem Beanbag lassen sich wunderschöne und zeitlose Babyfotos machen. Mit Handtüchern und kleinen gefüllten Säckchen kannst du unter dem Tuch oder der Decke den Kopf oder die Arme stützen und es so vielseitig nutzen. Durch den Wechsel der Tücher hast du schnell und kostengünstig einen neuen Hintergrund und eine ganz andere Wirkung. Es gibt extra Gestelle für Beanbags, aber auch eine Foto Traverse ist sehr hilfreich und erfüllt seinen Zweck. Außerdem finde ich es nicht so sperrig und flexibler nutzbar.

11. Windeln, Schnuller&Tücher

Ein paar Ersatzartikel habe ich immer da, falls die Eltern mal etwas vergessen sollten, oder nicht genug eingepackt haben. Auch eine Wickelunterlage und Mülltüten biete ich ihnen immer an. Der Schnuller sollte natürlich abgekocht werden, bevor er zum Einsatz kommt. Aber das ist ja schnell gemacht.

12. Erfahrung

Da du mit Menschen arbeitest gleicht kein Shooting dem anderen. Vor allem mit Kindern ist nichts planbar! Mit der Zeit bekommst du immer mehr Erfahrung und lernst dazu. Sei also nicht entmutigt wenn es mal nicht so klappt wie du es dir vorgestellt hast. Sei selbstbewusst und übe so oft wie du kannst. Bei TfP Shootings ganz nach deinen Wünschen und Vorstellung kannst du prima Erfahrungen sammeln und dir ein Portfolio aufbauen.

UND JETZT BIST DU DRAN

  • Wähle dir die Themen aus, die bei dir noch zu verbessern sind
  • Überlege dir konkret wie du diese „Baustellen“ umsetzen kannst
  • Schreib dir deine Ziele mit kleinen Meilensteinen, die du erreichen bzw. umsetzen möchtest auf
  • Mach dir einen Kalendereintrag um zu überprüfen, ob du deine Vorhaben in dem Zeitraum umgesetzt hast

Ich wünsche dir ganz ganz viel Spaß beim Fotografieren von Babys, Kindern und Familien und hoffe, dass du aus meinem Blogbeitrag etwas für dich mitnehmen konntest.

Wenn du noch mehr zum Thema Neugeborenenfotografie wissen willst, meld dich gerne für ein Online Coaching oder einen Workshop in Düsseldorf.

Ganz liebe Grüße,
Laura

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